| Zum Jahreswechsel 2011/2012 gilt: Die BRD hat von ihren Ersparnissen der letzten Jahre von gut 1.600 Milliarden Euro rund 1.000 Milliarden ins Ausland transferiert.
Diese Gelder stehen im Feuer der noch immer virulenten internationalen Finanzkrisen. Gefehlt hat diese immense Summe für Investitionen im eigenen Land.
Leidtragende sind Niedriglöhner und eine massiv unterfinanzierte öffentliche Infrastruktur. Der Staat ist hochverschuldet und kaum noch handlungsfähig, um eklatante Defizite auszugleichen.
Auch für 2012 ist keine Besserung in Sicht. Weder national noch international. Wer wenig hat, wird nicht aufholen. Wer hingegen Vermögen und hohes Einkommen sein eigen nennt, der darf sich freuen. Viele werden am Ende des Jahres froh sein, wenn sie nicht allzu sehr geschröpft wurden.
Alte, Kranke und Habenichtse - sie werden erleichtert sein müssen, wenn sie sich 2012 finanziell einigermaßen durchschummeln können. Denn einig sind sich alle anderen darin, daß sie schon genug tun, um anderen zu helfen. Sie fühlen sich als Leistungsträger, als Sieger. Alle anderen sollen sich gefälligst anstrengen, dann wird es ihnen auch gut gehen. Einig sind sich diese Menschen erdenweit in ihrem Wahn, sie würden ihren Wohlstand aus eigener Kraft schaffen.
Diese Profiteure einer arbeitsteiligen kapitalistischen Weltordnung haben keinen Instinkt für Ungerechtigkeiten. Sie schotten sich liebend gerne ab gegen andere Menschen und Nationen. Hungernde, Verarmende sind ihnen lästig, unbequem und höchstens Almosen wert. Soziale Rechte - das war einmal !!!
Und all diese Profiteure wissen sehr genau, daß es gerade nicht die Drangsalierten sind, die protestieren oder sich massenhaft organisieren. Immer weniger Menschen gehen hierzulande zu Wahlen. Kaum einer der Bedrängten will das ständige Politblabla noch hören. Es fehlt ihnen an Durchblick, Vertrauen in die eigene Kraft und vor allem an Selbstwertgefühl.
Die reichen, schönen und gebildeten Menschen wissen all das sehr gut. Um so frecher agieren sie seit Jahren erdenweit und verhindern tagein tagaus, daß grundlegende Reformen eingeleitet werden.
Gefährdet ist aber auch für viele Völker der Friede. In Syrien mordet Assad unbeirrt weiter. Die USA und die EU versuchen mehr und mehr den Iran zu destabilisieren. In Südamerika und vor allem auch in Afrika mehren sich Volksproteste. Politische und religiöse Konflikte eskalieren. Durchsetzungsstark sind die Proteste jedoch nicht angesichts der jeweiligen Kräfteverhältnisse.
Blut und Gewalt, Kriminalität und Despotie, Hunger und Ausbeutung von Mensch und Natur werden auch 2012 immer wieder für die traurigsten Schlagzeilen sorgen, die hierzulande kaum noch einer hören oder sehen will.
Vernünftige internationale Hilfen, die mehr sein werden als der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein, sind nicht in Sicht. Die internatinationale Politik huldigt Mammon. Für sie gilt es, den Zusammenbruch der Geldmärkte zu verhindern, wo letztlich die monetären Ersparnisse der reichen Staaten und ihrer Völker im Feuer stehen.
Möge sich trotz all dieser strukturellen Mißstände dennoch 2012 einiges bessern - und sei es nur so wenig, daß Schlimmeres verhindert werden kann. Der homo sapiens lernt langsam, aber er lernt.
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